Lüge oder Ahnungslosigkeit

Da verdichtet sich immer mehr, dass BND und NSA (und vermutlich diverse andere Geheimbünde) gemeinsame Sache gemacht haben nach dem Motto: Schnüffle du mir meine Bevölkerung aus, dann mach ich das mit deiner. Super Sache. Und dann will diese unsere Regierung nichts von der Schnüffelei gewusst haben. Hahaha.

Obwohl – vielleicht hat sie es wirklich nicht. Vielleicht bezog sich dieser Merkelsche Ausspruch „das Internet ist Neuland für uns“ ja nicht auf uns Deutsche (wir sollten uns nicht immer gleich angesprochen fühlen, wenn andere den Krankenpfleger-Plural benutzen) sondern auf „uns als Regierung“. Also Ahnungslosigkeit in der Regierung oder zumindest im Kanzleramt bei Herr Pofallala und Frau Merkelnix. Oder haben die bösen Schlapphüte vom Bewusstlosen Neuland Dezernat etwa einfach nix gesagt beim wöchentlichen Briefing in der Waschmaschine? Böse, böse, diese Jungs. Da kann natürlich so ein Herr Pofallala nichts machen. Und seine Chefin ist aber doch wenigstens so ehrlich, dass sie zugibt, sich nicht ins Neuland zu trauen.

Aber… was ist, wenn sie es doch gewusst haben? Dann haben sie schlicht gelogen. Dann haben sie ihr dummes Volk geleimt. Mit uns können sie es ja offensichtlich machen. Wir wählen die ja wieder brav zurück ins Amt.

Die Opposition übrigens ist auch nicht besser – ihre Ahnungslosigkeit kann ich auch nicht ganz glauben, schließlich steckte die SPD ja bis 2009 mit unter der Decke mit den Ahnungslosen.

Wann wird endlich ein Wahrheitsministerium eingerichtet. Da wäre wengistens von vorne herein klar, dass dort nur gelogen würde.

Die komische Angst vor Google Street View

Zugegebenerweise habe ich im ersten Moment auch gedacht: Muss das sein, dass die Datenkrake jetzt auch unsere Häuschen knippst. Aber je mehr sich diese Hysterie ausbildete, desto mehr dachte ich: Was soll dieser Quatsch? Da lassen die Leute an allem möglichen Orten ihre sensiblen Daten, wählen Politiker, die unsere Kontodaten verschachern, Online-Durchsuchungen erlauben, Vorratsdatenspeicherung verlangen usw usw. Aber das, was jeder sehen kann, soll plötzlich persönlich schützenswert sein.
Und natürlich fährt man gerne am Urlaubsort durch die Gassen – vorher mit Streetview. Und man nutzt die ach so bequemen und völlig kostenlosen anderen Google-Dienste. Wird da jemand, der Widerspruch eingelegt hat, darauf verzichten? Vermutlich die wenigsten.

Dass sich die Politiker da so hinterklemmen, lässt einzig und allein den Verdacht aufkommen, dass sie von den wirklichen Schweinerein ablenken wollen.

Ich hoffe, dass ich es mitkriege, wenn das Google-Auto durch meine Straße fährt. Dann führe ich extra ein kleines Straßentheaterstück auf 😉

Die Chemtrailer…

(roiters) Stümperhaft ausgeführte Chemtrail-Arbeiten sorgen für großen Unmut im Berufsstand. Der Sprecher der Sprüher-Gewerkschaft F.L.A.C.O.N. erhob schwere Vorwürfe gegen freiberufliche, nicht gewerkschaftlich organisierte Chemtrailer. Ihre schlecht ausgeführten Arbeiten würden den ganzen Berufsstand in Misskredit bringen, so der Gewerkschaftler. Dem hielt ein leitender Beamter der zuständigen EU-Kommission entgegen, dass z.B. in den USA die Sprühaufträge häufig an Freiberufler vergeben würden.
Diese seien eben auch billiger.
Während ein angestellter Sprüher per Tarifvertrag mindestens 17 € pro Quadratkilometer bekommt, erhalten die Freiberufler zwischen 12 und 15 €.
Wie aus der EU-Kommission zu hören war, sind während der WM vor allem Beta-Blocker und leichte Sedativa versprüht worden, seit heute würde wieder das relativ ungiftige Dihydrogenoxid versprüht.


Foto: Misslungener Chemtrailer-Einsatz über Südniedersachsen.

Schland, O Schland, wir sind von dir begeistert!

Was soll man auch sonst dazu sagen? :-)

ein anderer Blick auf die Geschehnisse: grapfapan.de

Das Spiel mit der Angst

Das Spiel haben die Rechten in der Schweiz gerade gewonnen. Es gibt viel Applaus für das „mutige“ Votum gegen Minarette.
Der Islamismus ist sicher eine Gefahr – so wie andere extremistische Strömungen auch. Aber wie man auf die Idee kommen kann, dass ein Verbot von Minaretten da helfen könnte, verschließt sich mir. Ich weiß nur, dass man nur mit den Menschen zu einem Ziel kommt, nicht gegen sie. Die Gesamtheit der Moslems zu verprellen wird kein Problem lösen – im Gegenteil: Es treibt den Extremisten weitere Anhänger zu.

Und wir lassen es zu, dass die Angst vor Extremismus diesem wieder zu einem Sieg verhilft: Die Einschränkung eines Grundrechts. Das haben wir schon zu Zeiten der RAF erlebt und gerade seit dem 11.9.2001 immer mehr.

Was für ein verquirltes Jahr…

Etliche schöne Erlebnisse brachte das Jahr 2008. Vier schöne und interessante Tage in Wien, eine herrliche Radtourwoche durch die Lausitz, die Helgolandwoche im Herbst mit viel Wind und Entspannung. Dazu einige feine Geburtstage, neue Bekanntschaften und Freundschaften und die Intensivierung eben solcher. Ein meist warmer Sommer mit befriedigender produktiver Arbeit für die Ponys uns Esel, etliche Ausflüge. Der Theaterkurs mit netten Leuten hat eine schöne Perspektive.

Das Schöne machte den Nerv im Job überlebbar. Hatte ich letztes Jahr schon den Frust beschrieben und gehofft, dass es sich vielleicht wieder bessern möge, so kann ich jetzt nur bilanzieren, dass fast nichts besser geworden ist. Gesünder ist hoffentlich meine Einstellung geworden, mehr Mut aufzubringen, die Dinge unverkrampfter zu sehen. Den Lehrplan als Möglichkeit aber nicht als Verpflichtung anzusehen. Den Kids nicht etwas in den Kopf drücken zu wollen, was sie nicht wollen/können/brauchen. Ich kann die Welt nicht retten, in dem ich den Schwachsinn gerade zu biegen versuche, denn sich Juristen und Schulbeamte ausdenken. Ich muss eher öfter an mich selbst denken, wie ich ohne Schaden aus den Situationen herauskomme. Der Selbstschutz wird mir wichtiger als mein „Auftrag“, der leider mit der Realität nichts mehr zu tun hat.
Wenn ich so denke, ist die Frage sofort berechtigt: Kann ich diesem Job noch gerecht werden? Nö.
Ich mache seit einiger Zeit mehr schlechten als guten Unterricht. Ich stehe nicht mehr hinter dem, was ich tun muss. Konsequenz? Die Jobaufgabe wäre die logische. Noch bin ich nicht soweit, auch wenn die Entfernung dahin immer geringer wird. Das beantragte Sabbatjahr könnte mich im Job halten, wenn es mir in diesem Jahr gelingt, meine Sicht auf die Schule wieder zu positivieren (gibt es dieses Verb überhaupt? Wenn nicht, beantrage ich Musterschutz ;-). Und danach wäre natürlich eine andere Schulform angesagt. Wieder zurück an die jetzige würde sich wohl alles wiederholen.
Wenn ich das Sabbatjahr nicht bekomme? Der nächste Kilometer Richtung Entlassung? Und alle rufen: Tu es nicht, die Weltwirtschaftskrise kommt, da brauchst du einen sicheren Job! Einen sicheren Job, den man nur schlecht macht, zu dem man keine Motivation mehr aufbringt? Als Schreibtischtäter im Finanzamt oder Blabla-Ministerium würde ich keinen Schaden anrichten. Aber die Kids hätten sicher eigentlich Anspruch auf motivierte Lehrer – auch wenn es immer weniger von ihnen geben wird, weil immer mehr entnervt sind.

Die letzten Wochen des Jahres schienen noch mal die Verquirlung auf die Spitze zu treiben. Vergeblichkeiten, Missverständnisse und Vor-den-Kopf-Stöße – vermischt mit viel Zuneigung, Freundschaft und Verständnis – manchmal schwierig sich darin zu orientieren. Aber ich bringe gerade eine erstaunliche Gelassenheit auf 😉

2009? Es wird viel passieren – nur was?

Irgendwie ist das Leben gerade gefährlich

Gestern Nacht wache ich auf, sehe Licht im Hausflur. Da die Frau unter mir unterwegs ist, kommt es mir sehr merkwürdig vor. Ich stelle mich an die Wohnungstür und lausche. Unten höre ich jemand leise Kramen, das Licht wird leise wieder angemacht. Mir ist klar, dass da jemand Unbefugtes herumfummelt. Während ich noch überlege, was zu tun wäre, wird mir die Entscheidung aus der Hand genommen, weil sich der mensch auf der Treppe zu mir hoch bewegt. Ich sehe seine tastenden Hände, höre seine vorsichtigen Schritte. Nun ist klar, ich muss was tun, weil meine Tür nicht abgeschlossen (wobei Unbedarfte die Tür nur schwer aufbekommen). Also reiße ich die Tür auf und lasse den genialen Satz los: „Nun aber hurtig raus!“ Wie ich auf diese Formulierung gekommen bin, weiß ich nicht. Aber sie wirkt. Der Mensch mit halblangen Haaren ergreift sehr hurtig die Flucht.
Mit sehr klopfendem Herzen warte ich noch einen Moment, bis ich runter gehe, um zu kontrollieren, ob die Haustür nun zu ist. Vermutlich stand sie auf, der Eindringlich geriet er zufällig ins Haus. Ein Profi hätte wohl kein Licht gemacht…

Und heute?
Wäre ich lebensmüde, hätte ich dem Drang heute leicht nachgeben können, indem ich einfach weitergefahren wäre.
Auf der langen Geraden zwischen Emmenhausen und Lenglern kommen mir Autos entgegen. Ein dunkelblauer BMW schert aus, überholt so, dass er es auf keinen Fall mehr schaffen kann, rechtzeitig vor mir wieder einzuscheren. Ich kann nur den Stinkefinger zeigen und mein Leben retten, indem ich mit dem Rad auf den Seitenstreifen fahre. Ich bleibe zitternd stehen, um dem Arschloch noch einen weiteren Stinkefinger hinterher zu werfen.
Ich wünsche mir fast, dass er umkehrt und zurückkommt. Vielleicht hätte ich mich dann das erste Mal in meinem Leben richtig geprügelt. Die entsprechenden Gewaltphantasien hatte ich jedenfalls.
Ich könnte jetzt noch ein wenig weiter gegen BMW-Fahrer und andere Charakterbaracken wettern. Aber es hat ja eh keine Sinn.

pessimistische Bestandsaufnahme Ende 2007

Vielleicht hätte ich letztes Jahr auch schon so eine Bestandsaufnahme schreiben können, aber da war meine Stimmung wohl eine andere…
Ich könnte jetzt weit ausholen in die Weltpolitik, Thema Terror, Thema Klima und so weiter. Ich will mich aber lieber auf ein paar wenige Bereiche beschränken, die in der Innenpolitik zu finden sind.
Es fängt vielleicht an mit der zunehmend auseinander klaffenden Schere zwschen arm und reich, zwischen der größer und fetter werdenden Oberschicht und der ebenfalls größer aber ärmer werdenden Unterschicht. Also sei einmal mit der Keule auf zuviel verdienende Manager und Fußballstars eingedroschen und auch kräftig auf die darunter befindlichen, die ihre Dekadenz in SUVs spazieren fahren. Wobei sich da natürlich auch schnell Mitleid einstellt, weil diese Leute ihre Penisattrappe sicher auch oft auf Pump gekauft haben. Selbst schuld.
Viel wichtiger ist für mich aber der Blick auf die Unterschicht. Da wächst wieder ein Lumpenproletariat heran, das gerade durch Hartz IV am Leben gehalten wird. Dass in diesen hoffnungsarmen Familien die nächste Generation der Verlierer aufwächst, liegt auf der Hand. Verwahrloste, vor allem von Glotze und Computer sozialisierte Kinder stoßen schon im Kindergarten an ihre Grenzen und sind spätestens in der Grundschule am Tabellenende angelangt. Auf der Hauptschule gelandet drehen sie schon in der 5. oder 6. Klasse ihre Pirouetten zwischen Verhaltensauffälligkeit, Lernschwierigkeiten, Absentismus und schließlich Gewalt. Nach neun oder zehn Jahren der schulischen Vernachlässigung werden sie alles andere schaffen nur keine Ausbildung.
Die Schulen sind überfordert und machtlos. Die Lehrer oft genug nicht genug ausgebildet, um den akuten Problemen ihrer Klientel gerecht zu werden, oder zu alt, zu eingefahren, zu resigniert – und natürlich zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen. Früher mag eine Hauptschulklasse mit 18 Schüler ein Traum gewesen sein. Heute heißt das, dass davon die Hälfte so auffällig sind, dass kein „normaler“ Unterricht möglich ist. Also wird das Chaos verwaltet, die Stunden irgendwie rumgekriegt, überlebt. Mensch würde dann gerne einfach verschwinden, rausgehen, irgendwas anderes machen, aber das geht natürlich nicht. Nein, mensch muss den Laden irgendwie vor dem völligen Zusammenbruch bewahren, schließlich will man sich nicht wegen Verletzung der Aufsichtspflicht vor dem Richter wiederfinden (Obwohl das natürlich eine Möglichkeit wäre, sich aus dem Job zu kegeln – wenn auch nicht wirklich befriedigend oder befreiend).
Fachunterricht? Ich soll Kindern Physik und Chemie beibringen, die mit einfachen lebensnotwenidigen Dingen auf Kriegsfuß stehen, denen Zuneigung fehlt, die morgens erstmal in den Arm genommen werden müssten, oder zumindest geduscht und ordentlich verköstigt. Was interessiert diese Kinder wie eine Lochkamera funktioniert oder wie sich Halb- und Kernschatten von einander unterscheiden. Klar interessiert es sie, wie ein Silvesterknaller explodiert. Aber nur praktisch – der Rest ist schnurz. Achja, Englisch müssen sie auch lernen, obwohl man ihre Schrift kaum lesen kann und/oder ihre Ausdrucksweise in Deutsch schon mangelhaft ist.
Also quält man sich gegenseitig, ohne das eigentlich zu wollen. Schließlich ist man sich durchaus sympathisch – wenn man sich nicht in einer fremdbestimmten Unterrichtssituation befindet.
Die Politik? Hier spätenstens muss ich in verzweifeltes Gelächter ausbrechen. Gefangen in ihren ideologischen Sachzwängen und Ahnungslosigkeiten fällt den (meistens) Juristen im Ministeramt immer nur das „weiter so“ ein, das Festhalten an dem Schwachsinn eines zementierten Schulsystems. Und es fehlt ihnen natürlich das Rückrat, mehr Geld zu fordern. Und es fehlt ihnen schlicht die Men- und Womenpower, weil die Leute, die diesen Lehrerjob machen wollen, immer weniger werden.

Düstere Aussichten, die sich noch weiter ausführen ließen.
Gründe für Optimismus suche ich noch.

Schäuble läuft Amok

Seine Salamitaktik geht weiter, immer in kleinen Scheibchen die Grundrechte weiter beschneiden.
Jetzt hat er allerdings das Messer einige Zentimeter weiter angesetzt:
Das gezielte Töten von Verdächtigen durch den Staat steht jetzt auf seinem Wunschzettel.
Damit wird Schäuble in meinen Augen zum größeren Risiko für die FDGO als es der Terrorismus je sein könnte.
Meine Ahnungen vor vielen Jahren, dass dieser Mann äußerst gefährlich ist, bestätigen sich leider.

Wer stoppt diesen politischen Amoklauf?
Gibt es noch Abgeordnete mit Gewissen in CDU und SPD?

Wenn diese Gesetze den Terror in Deutschland erst ausbrechen lassen, brauchen wir uns nicht zu wundern.
Abgesehen davon, dass die vermeintlichen Terroristen ihr erstes Ziel damit erreicht hätten: Die teilweise Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Ich kann nur inständig hoffen, dass es in Deutschland noch genügend Menschen und Politiker gibt, denen die Errungenschaften unserer Demokratie noch am Herzen liegen.
Herr Schäuble hat ihnen jedenfalls den Kampf angesagt. Und davor habe ich Angst – nicht vor einer diffusen Terrorgefahr.