Nehmen wir doch unsern Innenminister mal beim Wort

Er meint ja, wir sollten selbst für unseren Datenschutz sorgen, damit er das nicht machen muss.

Ok. Dann kratze ich mal Geburtsdatum und Wohnort auf meinem Perso kaputt. Dann verschweige ich meine Steuernummer und natürlich die Höhe meiner Einnahmen. Dann zeigen ich keinem Kontrolleur mehr meine Fahrkarte, zeige nicht mehr meine Fahrtrichtung an (warum sollen andere erfahren, wohin ich fahren will).

Und ich mache einfach kein Kreuz auf dem nächsten Wahlzettel. Das ist doch auch persönlicher Datenschutz, zu verhindern, dass andere meine politische Einstellung erfahren.

Oder sollte ich einfach die wählen, die einen anderen Ansatz haben?

 

Merkel begibt sich in „Lebensgefahr“

Ist schon faszinierend, wie weit sich Politiker aus dem Fenster lehnen:

„Keine Euro-Bonds, solange ich lebe“

Mir wäre so eine Aussage zu gefährlich: Entweder muss ich irgendwann den Adenauer machen („Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“) oder meine Leibwächter müssen gut aufpassen 😉
Vielleicht zeigt sie ja auch am Sonntag in Kiew solch wilde Entschlossenheit und trägt ein T-Shirt, das die Freilassung der politischen Gefangenen in der Ukraine fordert. DAS wäre mal was.

Jenseits solchen Geblödels ist mir eher mulmig.

  • Eine Kanzlerin, die ihr Leben ins Spiel bringt.
  • Ein Finanzminister, der immer mehr „Europa“ will.
  • Zwei Oppositionsparteien, die sich vermutlich nach Strich und Faden veräppeln lassen.
  • Otto & Erna (und wie wir alle heißen), die sowieso nicht mehr wissen und verstehen, was da läuft – aber immerhin möchte uns dieser Oberopportunist aus Bayern mehr Bürgerbeteiligung gönnen (merkwürdig nur, dass er sich nicht an das Votum der Münchner zum Flughafenausbau halten will – aber das ist natürlich was ganz anderes).

Das ganze Leben ist ein Quiz – und wir sind nur die Kandidaten.

Twitter als Hilfe in der Krise?

Gestern abend kurz nach halb zehn gab es draußen einen lauten Knall.
Mein erster Gedanke: „Der Blindgänger ist explodiert“. Gestern Abend sollte der zweite Blindgänger innerhalb von 6 Tagen auf dem Göttinger Schützenplatz entschärft werden.
Auch wenn ich vier Kilometer entfernt wohne und dort in der Nähe auch keine Bekannten habe, war ich schon interessiert, was passiert war. Der Live-Ticker des Göttinger Tageblatt brauchte lange um zu reagieren. In der Zwischenzeit schaute ich bei Twitter unter dem „offiziellen“ Haschtag #goebombe. Dort überschlug sich das Gezwitscher. Tatsächlich kamen schnell seriös anmutende Meldungen, die die Detonation des Blindgängers bestätigten. Es war von 3 Toten und mehreren Verletzten die Rede.
Weitere Tweets erwähnten „heruntergekommene Fassaden“ in der Weender Landstraße und die Möglichkeit, dass es sich nicht um die Bombe sondern um eine Gasleitung handeln solle, die explodiert sei. Beide „Meldungen“ wurden zahlreich nachgeplappert. Die letzte Meldung hat bereits jemand als seine unbeabsichtigte Falschmeldung geklärt ( http://derausmwaldkam.wordpress.com/2010/06/02/wie-ich-auf-twitter-mit-einer-falschmeldung-fr-verwirrung-sorgte/ ).
Zusätzlich gab es abstoßende Kommentare von Leuten, die sich aus unterschiedlichsten Gründen, über das Unglück freuten, z.B. weil sie auf Schulfrei hofften :-(

Dies war das erste Mal, dass ich versuchte, Twitter als Informationsquelle zu nutzen. Neben den hilfreichen Meldungen haben mich die Fehlmeldungen und das multiple Nachgeplapper schon sehr genervt. Und ich frage mich, wie geegnet dieses Medium als Kriseninformationsquelle ist. Man stelle sich ein größeres Problem vor, bei dem Informationen sehr wichtig wären. Die seriösen Nachrichtenkanäle erscheinen da häufig zu träge. Aber ob Twitter in die Lücke springen kann???
Ich stelle mir einen Reaktorunfall vor. Wieviele Falschmeldungen, Gerüchte und anderer Quatsch würde Twitter überfluten? Würde erst das Panik auslösen? Oder eine falsche Beruhigung?
Auf die Selbstdiziplin der Twitterer zu vertrauen, erscheint mit völlig illusorisch…

Köhler sagt mal, was er wirklich denkt

In einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur sagte Bundespräsident Horst Köhler (Zitat nach zahlreichen Quellen):

„Meine Einschätzung ist aber, dass wir insgesamt auf dem Wege sind doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen dass ein Land unserer Größe, mit dieser Aussenhandelsorientierung und damit auch Aussenhandelsabhänigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist um unsere Interessen zu wahren. Zum Beispiel: Freie Handelswege. Zum Beispiel: ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen, negativ, durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“

(zitiert u.a. hiernach: http://swiss-lupe.blogspot.com/2010/05/deutschlandfunk-kriegt-wegen-kohlers.html – Zusammenfassung dort: http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-koehler-in-afghanistan-warum-hoere-ich-das-nicht-von-ihnen-1.948375 )

Auf der Website von DR Kultur stand diese Textpassage auch einmal, wurde dann aber entschärft.
Es gibt aber noch den Tonmitschnitt, der das Zitat enthält: Interview

Hin und wieder hatte ich mal großen Respekt vor Herrn Köhler. Aber diese Aussagen sind völlig inakzeptabel.

Hat uns (und viele andere) so eine Denke nicht schon mindestens zweimal ins Desaster geführt?

Warum gibt es keine wahrnehmbare Reaktion hierauf?

Die Frage nach dem WAS?

Nun bin ich in meinem erhofften Sabbatjahr, das ich mit Erholung und Neuorientierung füllen will. Ersteres gelingt ganz gut, zweiteres ist immernoch eine große Baustelle:
Wohin soll es gehen? Was könnte meine Berufung sein?
Ich habe mit einem Coachingbuch angefangen, stecke da fest. Aber wie gut, wenn es Menschen gibt, die einen kennen(lernen) und einschätzen können. Und einem erstmal die ganzen positiven Eigenschaften um die Ohren hauen. Damit kann ich beginnen :-)

Was für ein verquirltes Jahr…

Etliche schöne Erlebnisse brachte das Jahr 2008. Vier schöne und interessante Tage in Wien, eine herrliche Radtourwoche durch die Lausitz, die Helgolandwoche im Herbst mit viel Wind und Entspannung. Dazu einige feine Geburtstage, neue Bekanntschaften und Freundschaften und die Intensivierung eben solcher. Ein meist warmer Sommer mit befriedigender produktiver Arbeit für die Ponys uns Esel, etliche Ausflüge. Der Theaterkurs mit netten Leuten hat eine schöne Perspektive.

Das Schöne machte den Nerv im Job überlebbar. Hatte ich letztes Jahr schon den Frust beschrieben und gehofft, dass es sich vielleicht wieder bessern möge, so kann ich jetzt nur bilanzieren, dass fast nichts besser geworden ist. Gesünder ist hoffentlich meine Einstellung geworden, mehr Mut aufzubringen, die Dinge unverkrampfter zu sehen. Den Lehrplan als Möglichkeit aber nicht als Verpflichtung anzusehen. Den Kids nicht etwas in den Kopf drücken zu wollen, was sie nicht wollen/können/brauchen. Ich kann die Welt nicht retten, in dem ich den Schwachsinn gerade zu biegen versuche, denn sich Juristen und Schulbeamte ausdenken. Ich muss eher öfter an mich selbst denken, wie ich ohne Schaden aus den Situationen herauskomme. Der Selbstschutz wird mir wichtiger als mein „Auftrag“, der leider mit der Realität nichts mehr zu tun hat.
Wenn ich so denke, ist die Frage sofort berechtigt: Kann ich diesem Job noch gerecht werden? Nö.
Ich mache seit einiger Zeit mehr schlechten als guten Unterricht. Ich stehe nicht mehr hinter dem, was ich tun muss. Konsequenz? Die Jobaufgabe wäre die logische. Noch bin ich nicht soweit, auch wenn die Entfernung dahin immer geringer wird. Das beantragte Sabbatjahr könnte mich im Job halten, wenn es mir in diesem Jahr gelingt, meine Sicht auf die Schule wieder zu positivieren (gibt es dieses Verb überhaupt? Wenn nicht, beantrage ich Musterschutz ;-). Und danach wäre natürlich eine andere Schulform angesagt. Wieder zurück an die jetzige würde sich wohl alles wiederholen.
Wenn ich das Sabbatjahr nicht bekomme? Der nächste Kilometer Richtung Entlassung? Und alle rufen: Tu es nicht, die Weltwirtschaftskrise kommt, da brauchst du einen sicheren Job! Einen sicheren Job, den man nur schlecht macht, zu dem man keine Motivation mehr aufbringt? Als Schreibtischtäter im Finanzamt oder Blabla-Ministerium würde ich keinen Schaden anrichten. Aber die Kids hätten sicher eigentlich Anspruch auf motivierte Lehrer – auch wenn es immer weniger von ihnen geben wird, weil immer mehr entnervt sind.

Die letzten Wochen des Jahres schienen noch mal die Verquirlung auf die Spitze zu treiben. Vergeblichkeiten, Missverständnisse und Vor-den-Kopf-Stöße – vermischt mit viel Zuneigung, Freundschaft und Verständnis – manchmal schwierig sich darin zu orientieren. Aber ich bringe gerade eine erstaunliche Gelassenheit auf 😉

2009? Es wird viel passieren – nur was?

Eine Woche Schule

sie reicht schon aus, um jeglichen eventuellen Osterferien-Erholungseffekt nachhaltig zunichte zu machen.
Und so taucht die „alte“ Frage wieder auf: Wann bin ich soweit, weitgehende Konsequenzen zu ziehen?

Die Feigheit

Nur sie hält mich davon ab, den Job hinzuschmeißen.
Das dachte ich heute auf der Nachhausefahrt.

Das Gefühl, nicht zu wissen, was richtig ist, sich unnütz vorzukommen. Der Gedanke: Was kann ich ich dafür, dass diese Kids so vermurkst sind. Warum sollte gerade ich die Welt retten können.

ein sprachloses *peng*

Ein Urteil aus einem Schurkenstaat

Spiegel-Artikel

Da freut man sich doch besonders darüber, dass unsere Pundesranzlerin Frau Merkelnix den Chef dieses Schurkenstaates neulich so demütigst empfangen hat.
Aber klar, da hinten fließt das Öl, das die freien Bürger ja so dringend für ihre freie Fahrt brauchen.
Und die Saudis sind Freunde vom wieder gewonnenen Freund George. Da holt man sich halt auch mal in solchen Hintern eine braune Nase.
Es mag ja ein Urteil im Namen des extremistischen Islam sein, aber es ist vor allem ein Urteil des saudischen Rechtssystems. Da kann Angie noch so oft den Dalai Lama empfangen, sie ist indirekt mitschuldig an so einem Urteil, wenn sie so jemanden wie diesen König freundlichst empfängt. Irgendwie wird mir da sehr übel.
Die Merkelsche Doppelmoral ist nicht nur hier zum Kotzen.

Ich hoffe nur inständigst, dass der Frau die Vollstreckung erspart bleibt.

Essentielles

Die letzten Male kam ich immer recht positiv beschwingt von meiner Supervision.
Heute ging es mir ziemlich an die Nieren. Sie hat meinen tiefsitzenden Frust über „die Verhältnisse“ seziert und damit freigelegt.
Es hat mir mal wieder die heftige Diskrepanz zwischen dem, was ich tue bzw. tun kann und dem was ich eigentlich möchte, klar gemacht. Eine Diskrepanz, die sich vielleicht nicht so einfach mit einer Veränderung des Arbeitsstils oder des Arbeitsplatzes lösen lässt.
Was mir bei den ganzen Überlegungen ziemlich auf die Nerven geht, ist, dass ich es mir zwar theoretisch zugestehe, dass mir die äußeren Zwänge eigentlich egal sein dürfen, weil sie letztlich idiotisch sind. Praktisch laufe ich viel zu selten aus dem Ruder, ist meine Arbeit gegen den Strom viel zu mickrig.
Dabei erscheint mir dieses Schulsystem immer absurder und damit immer mehr dazu predestiniert, unterlaufen zu werden.
Leider nervt mich auch meine Phantasielosigkeit in puncto Subversivität…