Windelweiches Gewäsch

Es geht mir einfach nur noch auf den S*ck, dieses windelweiche sich Rausreden. Anstatt klar zu sagen „Ich habe mich rausgeredet, in dem ich etwas verschwiegen habe“ sagt unser Bundespräsident „Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte… Ich bedauere dies.“ Tolle Wurst. Der falsche Eindruck sollte damals entstehen, ganz einfach.

Ein anderer Politiker scheint klar gelogen zu haben. Die neue General-Sprechpuppe der FDP hat Fahrerflucht begangen. Er hat einen Spiegel abgefahren und es angeblich nicht bemerkt. Dummerweise scheint es Zeugen zu geben, die gesehen haben, wie er angehalten hat. Dumm gelaufen, wenn man aus einer Lappalie eine Lüge macht.

Aufrichtigkeit ist was für Weicheier, die in der Politik nicht weit kommen.

„Döner-Morde“ – was für ein beschissener Begriff

Wer mag sich diesen Begriff ausgedacht haben? Egal ob Presse oder Polizei: Es sind keine Dönerspieße ermordet worden sondern Menschen. Wenn Zeitungen diesen Begriff nachplappern – zum Teil sogar ohne Anführungszeichen – dann setzt sich die Menschenverachtung der Mordserie in der gedankenlosen Berichterstattung fort.

Was wäre, wenn einige Opfer deutsche Porschefahrer gewesen wären? Ich bezweifle, dass dann von Porsche-Morden die Rede wäre .-(

Die komische Angst vor Google Street View

Zugegebenerweise habe ich im ersten Moment auch gedacht: Muss das sein, dass die Datenkrake jetzt auch unsere Häuschen knippst. Aber je mehr sich diese Hysterie ausbildete, desto mehr dachte ich: Was soll dieser Quatsch? Da lassen die Leute an allem möglichen Orten ihre sensiblen Daten, wählen Politiker, die unsere Kontodaten verschachern, Online-Durchsuchungen erlauben, Vorratsdatenspeicherung verlangen usw usw. Aber das, was jeder sehen kann, soll plötzlich persönlich schützenswert sein.
Und natürlich fährt man gerne am Urlaubsort durch die Gassen – vorher mit Streetview. Und man nutzt die ach so bequemen und völlig kostenlosen anderen Google-Dienste. Wird da jemand, der Widerspruch eingelegt hat, darauf verzichten? Vermutlich die wenigsten.

Dass sich die Politiker da so hinterklemmen, lässt einzig und allein den Verdacht aufkommen, dass sie von den wirklichen Schweinerein ablenken wollen.

Ich hoffe, dass ich es mitkriege, wenn das Google-Auto durch meine Straße fährt. Dann führe ich extra ein kleines Straßentheaterstück auf 😉

Schland, O Schland, wir sind von dir begeistert!

Was soll man auch sonst dazu sagen? :-)

ein anderer Blick auf die Geschehnisse: grapfapan.de

Der bayerische Spaßfaktor

Der Sandkastenkrieg zwischen CSU und FDP ist ja schon sehr unterhaltsam. Nun hat die bayerische Sozialismusministerin Harderthauer ein neues Kapitel aufgeschlagen und gleichzeitig eine Namensänderung ihrer Partei bewirkt. Sie beschuldigte den Koalitionspartner von der FDP herumzuschlingern zwischen „Klientelpolitik für Superreiche und sozialistischer Familienpolitik à la Pinochet“ (zitiert nach: Spiegel).

Faszinierend, dass Frau H. dem Sozialisten-Mörder Pinochet sozialistische Politik attestiert. Und noch faszinierender, dass das Vorbild der meisten CSU-Politiker, der GröBaZ* FJ Strauß, ja eine Art Freund eben jenes Pinochets war.

Was liegt also näher zu vermuten, dass eben auch die CSU sozialistisch ist. Also nur schnell den ausgeschriebenen Parteinamen ändern und alles ist gut.

Nun muss man den Koaltionspartner nur noch dazu bringen, konsequent der pinochet-schen sozialistischen Familienpolitik zu fröhnen. Vielleicht finden die beiden Splitterparteien auf diese Weise endlich zusammen.

Wie sprach der große Vorsitzende der radikalen Marktextremisten, Herr W., dereinst so schön im Bundestag: „Dabei wissen alle: Ihr hasst euch wie die Pest!“ Wen meinte er damals nur? Hatte er damals hellseherische Fähigkeiten?

Ich schwanke immer wieder zwischen Schenkelklopfen und Fremdschämen (und einer Riesenportion Wut).

* Größter Bayer aller Zeiten

Twitter als Hilfe in der Krise?

Gestern abend kurz nach halb zehn gab es draußen einen lauten Knall.
Mein erster Gedanke: „Der Blindgänger ist explodiert“. Gestern Abend sollte der zweite Blindgänger innerhalb von 6 Tagen auf dem Göttinger Schützenplatz entschärft werden.
Auch wenn ich vier Kilometer entfernt wohne und dort in der Nähe auch keine Bekannten habe, war ich schon interessiert, was passiert war. Der Live-Ticker des Göttinger Tageblatt brauchte lange um zu reagieren. In der Zwischenzeit schaute ich bei Twitter unter dem „offiziellen“ Haschtag #goebombe. Dort überschlug sich das Gezwitscher. Tatsächlich kamen schnell seriös anmutende Meldungen, die die Detonation des Blindgängers bestätigten. Es war von 3 Toten und mehreren Verletzten die Rede.
Weitere Tweets erwähnten „heruntergekommene Fassaden“ in der Weender Landstraße und die Möglichkeit, dass es sich nicht um die Bombe sondern um eine Gasleitung handeln solle, die explodiert sei. Beide „Meldungen“ wurden zahlreich nachgeplappert. Die letzte Meldung hat bereits jemand als seine unbeabsichtigte Falschmeldung geklärt ( http://derausmwaldkam.wordpress.com/2010/06/02/wie-ich-auf-twitter-mit-einer-falschmeldung-fr-verwirrung-sorgte/ ).
Zusätzlich gab es abstoßende Kommentare von Leuten, die sich aus unterschiedlichsten Gründen, über das Unglück freuten, z.B. weil sie auf Schulfrei hofften :-(

Dies war das erste Mal, dass ich versuchte, Twitter als Informationsquelle zu nutzen. Neben den hilfreichen Meldungen haben mich die Fehlmeldungen und das multiple Nachgeplapper schon sehr genervt. Und ich frage mich, wie geegnet dieses Medium als Kriseninformationsquelle ist. Man stelle sich ein größeres Problem vor, bei dem Informationen sehr wichtig wären. Die seriösen Nachrichtenkanäle erscheinen da häufig zu träge. Aber ob Twitter in die Lücke springen kann???
Ich stelle mir einen Reaktorunfall vor. Wieviele Falschmeldungen, Gerüchte und anderer Quatsch würde Twitter überfluten? Würde erst das Panik auslösen? Oder eine falsche Beruhigung?
Auf die Selbstdiziplin der Twitterer zu vertrauen, erscheint mit völlig illusorisch…

Köhler sagt mal, was er wirklich denkt

In einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur sagte Bundespräsident Horst Köhler (Zitat nach zahlreichen Quellen):

„Meine Einschätzung ist aber, dass wir insgesamt auf dem Wege sind doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen dass ein Land unserer Größe, mit dieser Aussenhandelsorientierung und damit auch Aussenhandelsabhänigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist um unsere Interessen zu wahren. Zum Beispiel: Freie Handelswege. Zum Beispiel: ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen, negativ, durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“

(zitiert u.a. hiernach: http://swiss-lupe.blogspot.com/2010/05/deutschlandfunk-kriegt-wegen-kohlers.html – Zusammenfassung dort: http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-koehler-in-afghanistan-warum-hoere-ich-das-nicht-von-ihnen-1.948375 )

Auf der Website von DR Kultur stand diese Textpassage auch einmal, wurde dann aber entschärft.
Es gibt aber noch den Tonmitschnitt, der das Zitat enthält: Interview

Hin und wieder hatte ich mal großen Respekt vor Herrn Köhler. Aber diese Aussagen sind völlig inakzeptabel.

Hat uns (und viele andere) so eine Denke nicht schon mindestens zweimal ins Desaster geführt?

Warum gibt es keine wahrnehmbare Reaktion hierauf?

Muttis Murks

Heribert Prantl bringt es wunderbar auf den Punkt:
http://ndrinfo.de/programm/sendungen/kommentare2996.html

Gibt es noch einen Zweifel daran, dass Angela Merkel außer unverständlich hohen Sympathiewerten nicht wirklich viel zu bieten hat?

Immerhin ist der Unterhaltungswert ungeheuer hoch. Aber bei den möglichen negativen Folgen würde ich auf diese Unterhaltung gerne verzichten…

Ich bin gespannt, wieviel Arsch in der Hose die rebellierenden MiniPräser („Ihr habt sie ja nicht alle!“) haben. Aber irgendwas wird sich Mutti sicher ausdenken, damit das Verschuldungsbeschleunigungsgesetz (oder heißt es Klientelbefriedigungsgesetz?) doch noch durchgewunken wird.