Köhler sagt mal, was er wirklich denkt

In einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur sagte Bundespräsident Horst Köhler (Zitat nach zahlreichen Quellen):

“Meine Einschätzung ist aber, dass wir insgesamt auf dem Wege sind doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen dass ein Land unserer Größe, mit dieser Aussenhandelsorientierung und damit auch Aussenhandelsabhänigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist um unsere Interessen zu wahren. Zum Beispiel: Freie Handelswege. Zum Beispiel: ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen, negativ, durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.”

(zitiert u.a. hiernach: http://swiss-lupe.blogspot.com/2010/05/deutschlandfunk-kriegt-wegen-kohlers.html – Zusammenfassung dort: http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-koehler-in-afghanistan-warum-hoere-ich-das-nicht-von-ihnen-1.948375 )

Auf der Website von DR Kultur stand diese Textpassage auch einmal, wurde dann aber entschärft.
Es gibt aber noch den Tonmitschnitt, der das Zitat enthält: Interview

Hin und wieder hatte ich mal großen Respekt vor Herrn Köhler. Aber diese Aussagen sind völlig inakzeptabel.

Hat uns (und viele andere) so eine Denke nicht schon mindestens zweimal ins Desaster geführt?

Warum gibt es keine wahrnehmbare Reaktion hierauf?

Afganistan: Töten ohne Lizenz

Möglicherweise gibt es jetzt eine “Erklärung” für den abstrusen Angriff auf Tanklastwagen im September: Bundeswehr und KSK wollten wohl hochkarätige Taliban töten.

http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/politik/61/497367/text/

“Dumm” nur, dass es dafür kein Mandat gibt.
Wie nennt sich das? Mord? Säuberung? Präventiv-Töten?

Ist es wieder soweit, dass deutsche Soldaten abseits von Kampfhandlungen ohne sich selbst verteidigen zu müssen im Ausland töten?

Mir graust es!

Achja, Oberst Klein hat ja “alles richtig gemacht”…
Bloß, wer gab ihm den Befehl dazu?

Das Spiel mit der Angst

Das Spiel haben die Rechten in der Schweiz gerade gewonnen. Es gibt viel Applaus für das “mutige” Votum gegen Minarette.
Der Islamismus ist sicher eine Gefahr – so wie andere extremistische Strömungen auch. Aber wie man auf die Idee kommen kann, dass ein Verbot von Minaretten da helfen könnte, verschließt sich mir. Ich weiß nur, dass man nur mit den Menschen zu einem Ziel kommt, nicht gegen sie. Die Gesamtheit der Moslems zu verprellen wird kein Problem lösen – im Gegenteil: Es treibt den Extremisten weitere Anhänger zu.

Und wir lassen es zu, dass die Angst vor Extremismus diesem wieder zu einem Sieg verhilft: Die Einschränkung eines Grundrechts. Das haben wir schon zu Zeiten der RAF erlebt und gerade seit dem 11.9.2001 immer mehr.

30 Jahre "The Wall"

Heute vor 30 Jahren wurde Pink Floyds “The Wall” veröffentlicht. Natürlich können wir lange streiten, ob nicht Dark side of the Moon oder Wish you where here (oder noch ein anderes) das beste Album von ihnen ist. Aber mich hat es schon eine ganze Weile intensiv begleitet. Wochenlang haben wir damals den Text übersetzt und die Platten natürlich oft gehört.

Die CDs habe ich mir erst vor einigen Monaten endlich mal gekauft ;-)

Muttis Murks

Heribert Prantl bringt es wunderbar auf den Punkt:

http://ndrinfo.de/programm/sendungen/kommentare2996.html

Gibt es noch einen Zweifel daran, dass Angela Merkel außer unverständlich hohen Sympathiewerten nicht wirklich viel zu bieten hat?

Immerhin ist der Unterhaltungswert ungeheuer hoch. Aber bei den möglichen negativen Folgen würde ich auf diese Unterhaltung gerne verzichten…

Ich bin gespannt, wieviel Arsch in der Hose die rebellierenden MiniPräser (“Ihr habt sie ja nicht alle!”) haben. Aber irgendwas wird sich Mutti sicher ausdenken, damit das Verschuldungsbeschleunigungsgesetz (oder heißt es Klientelbefriedigungsgesetz?) doch noch durchgewunken wird.

Die Frage nach dem WAS?

Nun bin ich in meinem erhofften Sabbatjahr, das ich mit Erholung und Neuorientierung füllen will. Ersteres gelingt ganz gut, zweiteres ist immernoch eine große Baustelle:
Wohin soll es gehen? Was könnte meine Berufung sein?
Ich habe mit einem Coachingbuch angefangen, stecke da fest. Aber wie gut, wenn es Menschen gibt, die einen kennen(lernen) und einschätzen können. Und einem erstmal die ganzen positiven Eigenschaften um die Ohren hauen. Damit kann ich beginnen :-)

Was für ein verquirltes Jahr…

Etliche schöne Erlebnisse brachte das Jahr 2008. Vier schöne und interessante Tage in Wien, eine herrliche Radtourwoche durch die Lausitz, die Helgolandwoche im Herbst mit viel Wind und Entspannung. Dazu einige feine Geburtstage, neue Bekanntschaften und Freundschaften und die Intensivierung eben solcher. Ein meist warmer Sommer mit befriedigender produktiver Arbeit für die Ponys uns Esel, etliche Ausflüge. Der Theaterkurs mit netten Leuten hat eine schöne Perspektive.

Das Schöne machte den Nerv im Job überlebbar. Hatte ich letztes Jahr schon den Frust beschrieben und gehofft, dass es sich vielleicht wieder bessern möge, so kann ich jetzt nur bilanzieren, dass fast nichts besser geworden ist. Gesünder ist hoffentlich meine Einstellung geworden, mehr Mut aufzubringen, die Dinge unverkrampfter zu sehen. Den Lehrplan als Möglichkeit aber nicht als Verpflichtung anzusehen. Den Kids nicht etwas in den Kopf drücken zu wollen, was sie nicht wollen/können/brauchen. Ich kann die Welt nicht retten, in dem ich den Schwachsinn gerade zu biegen versuche, denn sich Juristen und Schulbeamte ausdenken. Ich muss eher öfter an mich selbst denken, wie ich ohne Schaden aus den Situationen herauskomme. Der Selbstschutz wird mir wichtiger als mein “Auftrag”, der leider mit der Realität nichts mehr zu tun hat.
Wenn ich so denke, ist die Frage sofort berechtigt: Kann ich diesem Job noch gerecht werden? Nö.
Ich mache seit einiger Zeit mehr schlechten als guten Unterricht. Ich stehe nicht mehr hinter dem, was ich tun muss. Konsequenz? Die Jobaufgabe wäre die logische. Noch bin ich nicht soweit, auch wenn die Entfernung dahin immer geringer wird. Das beantragte Sabbatjahr könnte mich im Job halten, wenn es mir in diesem Jahr gelingt, meine Sicht auf die Schule wieder zu positivieren (gibt es dieses Verb überhaupt? Wenn nicht, beantrage ich Musterschutz ;-) . Und danach wäre natürlich eine andere Schulform angesagt. Wieder zurück an die jetzige würde sich wohl alles wiederholen.
Wenn ich das Sabbatjahr nicht bekomme? Der nächste Kilometer Richtung Entlassung? Und alle rufen: Tu es nicht, die Weltwirtschaftskrise kommt, da brauchst du einen sicheren Job! Einen sicheren Job, den man nur schlecht macht, zu dem man keine Motivation mehr aufbringt? Als Schreibtischtäter im Finanzamt oder Blabla-Ministerium würde ich keinen Schaden anrichten. Aber die Kids hätten sicher eigentlich Anspruch auf motivierte Lehrer – auch wenn es immer weniger von ihnen geben wird, weil immer mehr entnervt sind.

Die letzten Wochen des Jahres schienen noch mal die Verquirlung auf die Spitze zu treiben. Vergeblichkeiten, Missverständnisse und Vor-den-Kopf-Stöße – vermischt mit viel Zuneigung, Freundschaft und Verständnis – manchmal schwierig sich darin zu orientieren. Aber ich bringe gerade eine erstaunliche Gelassenheit auf ;-)

2009? Es wird viel passieren – nur was?