Was für ein verquirltes Jahr…

Etliche schöne Erlebnisse brachte das Jahr 2008. Vier schöne und interessante Tage in Wien, eine herrliche Radtourwoche durch die Lausitz, die Helgolandwoche im Herbst mit viel Wind und Entspannung. Dazu einige feine Geburtstage, neue Bekanntschaften und Freundschaften und die Intensivierung eben solcher. Ein meist warmer Sommer mit befriedigender produktiver Arbeit für die Ponys uns Esel, etliche Ausflüge. Der Theaterkurs mit netten Leuten hat eine schöne Perspektive.

Das Schöne machte den Nerv im Job überlebbar. Hatte ich letztes Jahr schon den Frust beschrieben und gehofft, dass es sich vielleicht wieder bessern möge, so kann ich jetzt nur bilanzieren, dass fast nichts besser geworden ist. Gesünder ist hoffentlich meine Einstellung geworden, mehr Mut aufzubringen, die Dinge unverkrampfter zu sehen. Den Lehrplan als Möglichkeit aber nicht als Verpflichtung anzusehen. Den Kids nicht etwas in den Kopf drücken zu wollen, was sie nicht wollen/können/brauchen. Ich kann die Welt nicht retten, in dem ich den Schwachsinn gerade zu biegen versuche, denn sich Juristen und Schulbeamte ausdenken. Ich muss eher öfter an mich selbst denken, wie ich ohne Schaden aus den Situationen herauskomme. Der Selbstschutz wird mir wichtiger als mein „Auftrag“, der leider mit der Realität nichts mehr zu tun hat.
Wenn ich so denke, ist die Frage sofort berechtigt: Kann ich diesem Job noch gerecht werden? Nö.
Ich mache seit einiger Zeit mehr schlechten als guten Unterricht. Ich stehe nicht mehr hinter dem, was ich tun muss. Konsequenz? Die Jobaufgabe wäre die logische. Noch bin ich nicht soweit, auch wenn die Entfernung dahin immer geringer wird. Das beantragte Sabbatjahr könnte mich im Job halten, wenn es mir in diesem Jahr gelingt, meine Sicht auf die Schule wieder zu positivieren (gibt es dieses Verb überhaupt? Wenn nicht, beantrage ich Musterschutz ;-). Und danach wäre natürlich eine andere Schulform angesagt. Wieder zurück an die jetzige würde sich wohl alles wiederholen.
Wenn ich das Sabbatjahr nicht bekomme? Der nächste Kilometer Richtung Entlassung? Und alle rufen: Tu es nicht, die Weltwirtschaftskrise kommt, da brauchst du einen sicheren Job! Einen sicheren Job, den man nur schlecht macht, zu dem man keine Motivation mehr aufbringt? Als Schreibtischtäter im Finanzamt oder Blabla-Ministerium würde ich keinen Schaden anrichten. Aber die Kids hätten sicher eigentlich Anspruch auf motivierte Lehrer – auch wenn es immer weniger von ihnen geben wird, weil immer mehr entnervt sind.

Die letzten Wochen des Jahres schienen noch mal die Verquirlung auf die Spitze zu treiben. Vergeblichkeiten, Missverständnisse und Vor-den-Kopf-Stöße – vermischt mit viel Zuneigung, Freundschaft und Verständnis – manchmal schwierig sich darin zu orientieren. Aber ich bringe gerade eine erstaunliche Gelassenheit auf 😉

2009? Es wird viel passieren – nur was?

2 Gedanken zu “Was für ein verquirltes Jahr…

  1. Ich glaube nach wie vor, dass eine andere Schiulform für Dich besser wäre. Du musst dich als Perle doch nicht vor die Säue werfen. Wie leicht ist bei euch denn ein Wechsel möglich?

  2. Hallo Pia,

    endlich mal eine Antwort…
    Versetzungsanträge habe ich schon zwei gestellt (der dritte folgt dieser Tage), aber das dauert halt mehrere Jahre. Aber zwischendurch bin ich mir unsicher, ob es an anderen Schulen grundsätzlich einfacher ist. Die ganze Kiste ist in den Dreck gefahren. Da wird auch das Konjunkturpaket mit vielen Töpfen Farbe nichts ändern…

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