Dabei ist heute gar kein Montag, sondern schon Dienstag. Aber der erste richtige echte Frostmorgen mit ungefähr -7 °C – ein harten Kontrast zum Samstag, der mit 14 °C der wärmste Januartag in der amtlichen Göttinger-Wettergeschichte war (also seit 70 Jahren).
Schon etwas hektisch brach ich wie üblich um 10 nach 6 auf und wollte mein Rad aufschließen. Es ging nicht. So sehr ich auch prokelte und zerrte – das Schloss ging nicht auf. Vermutlich eingefroren. Also erinnerte ich mich dem Scheibenenteiser, der da im Flur stand. Nix. Also wieder hoch, Feuerzeug holen, Schlüssel anwärmen. Nix. Doch: Es macht unhörbar Knacks und ich hatte den Rest vom Schlüssel in der Hand.
Erstaunlich gelassen dachte ich, das damit immerhin die Entscheidung gefallen war, doch das andere Rad aus der Garage zu holen. Also wieder hoch, Beleuchtung holen und Fahrradtasche dalassen, weil ich höchstens noch den Bus kriegen würde. Hektisch mache ich das andere Rad klar, nach 50 Metern fällt der Blinky runter und zerspringt, also erstmal aufsammeln, wieder zusammenstecken, die eine Batterie suchen…
Schließlich im Mördertempo zu Bahnhof heizen. Mir wird so warm, dass ich noch nicht mal an den Ohren die Kälte spüre und so gar kein Stirnband brauche.
Lang rechtzeitig komme ich am Bahnhof an, warte noch kurz auf den Bus und friere während der Fahrt vor mich hin.
Vormittags überlege ich dann, wie ich wohl das Schloss abkriegen werde. Ein Kollege meint, das helfe nur ne Flex. Bei gehärtetem Stahl würde ich mit der Säge nicht weit kommen…
Irgendwann auf dem Nachhausweg kommt mir die Idee, vielleicht lieber einfach zu versuchen, das Schlüsselreststück wieder aus dem Schloss zu prokeln. Also bewaffnete ich mich mit zahlreichen Kleinwerkzeugen und natürlich dem Ersatzschlüssel und probiere es. Nach 2 Minuten hatte ich das Bruchstück draußen und das Schloss auf. Nix wochenlanges Sägen, nix Flex
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