Frust

Da hier ja wahrscheinlich eh keiner mehr guckt, ob hier mal wieder was neues geschrieben wird, kann ich ja auch mal ohne Bedenken meinen Frust ablassen, ohne dass sich jemand über meine Heulerei aufregen wird 😉

Was frustet mich? Wie es wenig überraschen wird wieder oder immernoch die Leeranstalt.
Letztes Jahr (und vorletztes Jahr) haben mich die Haup*schüler an den Rand der Verzweiflung (und auch manchmal drüberhinaus) gebracht. Schulstunden, in denen ich am liebsten weggelaufen wäre, kamen jede Woche vor. Der Gedanke ans Aufhören kam mir nicht nur einmal. Der Blutdruck wurde pathologisch.

Dieses Schuljahr ließ sich gut an. Viel weniger Stunden in der Haup*schule, dazu mit weniger schwierigen Schülern. Tatsächlich ist der Unterricht in diesen Klassen gut erträglich, ja durchaus machbar, wenn ich auch noch nicht weiß, ob sich das auch auf den Lernerfolg auswirkt.

Was nun unglaublich anstrengend ist, ist der Unterricht in den 6. und 7. Rea**lschulklassen. Die waren schon im letzten jahr teilweise sehr schwierig. Vor allem die große damalige 5. Eine eigentlich nicht zur Ruhe zu bringende Gruppe, die verhaltensmäßig in der 3. Klasse steckengeblieben zu sein schien. Nun sind es zwar 2 weniger, aber das Verhalten der restlichen hat sich nicht gebessert. Nur mit einem echten Brüller kriegt man sie ruhig, egal, was man ihnen bietet.
Die Klasse drüber ist größer geworden. Und sie nerven jetzt auch gewaltig. Nur sind es jetzt nicht nur eine große Handvoll Schüler (und Schülerinnen), die sich nicht konzentrieren können. Es ist auch ihre Unfähigkeit zuhören zu können und eigentlich einfache Dinge verstehen zu können.
Wie sollen Schülerversuche funktionieren, wenn die Schüler das nicht rezipieren, was sie tun sollen, egal, ob man es ihnen erzählt, an die Tafel schreibt oder als Arbeitsblatt gibt. Ich gehe beim Versuch herum und werde Dinge gefragt, die mich echt verzweifeln lassen. Zuhören und/oder Verstehen? *peng*

Und ich stehe dazwischen und denke an meine eigene Unzulänglichkeit. Offentlich unterrichte ich zum großen teil an ihnen vorbei. Aber ich weiß nicht, wie ich es anders machen soll.
Es könnte mich ja beruhigen, dass auch die KollegInnen große Schwierigkeiten in den Klassen haben. Aber es tut es nicht, weil das Problem weiterbesteht und eine Lösung nicht in Sicht ist.

Wo führt das hin?

Resignation? Innere Immigration? Aufhören? Durchbeißen? Kämpfen?

Uff

4 Gedanken zu “Frust

  1. Vorschlag: Durchbeißen. Einmal pro Jahr eine gute Idee ausprobieren, oder pro Monat, so oft man halt Energie hat.
    Oder aufhören, wenn man sich traut. Leider kann man schlecht wieder zurückkommen., und mag man auch noch so viel Erfahrung draußen gesammelt haben.

    (Solange es RSS-Leser gibt, muss man nicht selber schauen, wann wieder ein neuer Eintrag kommt. Sehr praktisch so.)

  2. Ich lese hier oft, wenn es etwas neues zu lesen gibt :-), bin aber häufig zu faul zum Kommentar. Die Ursache sind sicherlich vielschichtig, ich sehe hauptsächlich zwei gravierende, das Schulsystem selbst und die Eltern. Tja, wer jetzt hier als Nichtleerer liest, wird sofort denken , he was soll das, die Leerer sind schuld. Da hat er gut erkannt, habe ich ja gestern bei mir geschrieben, aber sie sind Teil des Schulsystems.

  3. Ja, viel zu oft ertappe ich mich auch dabei zu bemerken, was soll man denn dazu noch sagen. Und selbst wenn Du Fragen aufwürfst, so wie hier, dann läßt sich da schwer eine Patentantwort aus den Rippen leiern. Schwierig… aber nicht unbemerkt 😉

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