Perspektiven?

Da fragte ein bekannter Schulbuchverlag am Ende einer Befragung über die Konzeption von Schulbüchern, ob man Interesse an der Mitarbeit als Autor für Schulbücher hätte. Anfang der Woche schickte ich den Zettel endlich weg, nicht ohne jene Frage mit JA zu beantworten. Heute kommt eine Einladung für Mittwoch ins Hannoveraner Grand Hotel Mussmann (aber ohne Übernachtung ;-) zu einem Kennenlern- und Info-Treffen…

Sicherlich keine Komplettalternative – aber eine Möglichkeit, ein Gegengewicht zu schaffen :-)

Zuneigung

Zuneigung war der Begriff, den ich für das Wochenende als eine Art Fazit wählte. Zuneigung als Charakterisierung der Stimmung des Wochenendes, Zuneigung als ein wesentlicher Bestandteil der gewaltfreien Kommunikation.
Ich kann mich nicht erinnern, es jemals erlebt zu haben, mit 10 mir vorher völlig unbekannten Menschen so gerne und gut zusammengearbeit zu haben. Keiner, der mir nicht sympathisch, den ich nicht interessant fand, auch wenn ich nur mit einigen bei den Gruppenarbeiten näher in Kontakt trat. Es schien aber nicht nur mir so zu gehen das allgemeine Gefühl war Zuneigung, Verständnis, Lust am Anderen, Interesse an der Sache.
Und eine Dozentin (hier finde ich diesen begriff gräulich, weil es so unpersönlich ist), die es wunderbar verstand, aus uns etwas herauszulocken, uns Lust zu machen auf die Methode. Und die mit ihren Einstimmungen undAbschiedsaktionen einfach ein gutes Gefühl erzeugte.
Das Bedürfnis sich bei anderen für die Stunden zu danken, war bei vielen da. Und es war gar nicht schwer, es dann auch zu tun.

Gestern hörten wir zum Abschluss ein schönes, eingängiges Lied. Als ich zum Bahnhof radelte, summte ich es vor mir her und erinnerte mich an ein Konzert von Giora Feidmann, der es auch schafft, das Auditorium singend und summend zur Garderobe zu entlassen.
Am Bahnhof empfing mich eine wohlstuende Stille, in die hinein ein Rohlkehlchen sang.
Nach einer Rückfahrt, bei der ich zwei netten Spanierinnen lauschte (ohne mehr als ganz wenige Brocken zu verstehen), entschloss ich mich spontan, bei Karst*adt reinzuschauen, 5 Minuten vor der Schließung. Und da lag die CD von Kate Bush (eigentlich soll sie erst am Montag erscheinen). Sie am selben Abend auch noch zweimal zu verschenken, war mir ein besodneres Vergnügen.
Später beglücken mich noch zwei Sternschnuppen und schöne Gespräche am frühe und späten Abend.

Das Aufstehen fiel heute nicht ganz so leicht. Die Mühe belohnte aber ein sehr guter Abschluss des Seminars mit weiteren wertvollen Erkenntnissen. Auch heute zum Schluss ein Lied, diesmal live, weil ein Teilnehmer aus anderen Gründe seine Gitarre dabei hatte. Das Lied “The smile on your face” von Ronan Keating passt und jagte wohl nicht nur mir sehr wohlige Schauer über den Rücken..

Nach einem fast schon bewegenden Abschied die Rückfahrt mit den Rad nach Hause. Auf der fiesen Steigung nach Neu-Eichenberg hoch sah ich zurück und sah herrlichset Wolkenscheinwerfer. Die ganzen 2 Stunden hielt ich immer wieder an, um den herrlichen Himmel und die in wunderbares Licht getauchte Landschaft zu fotografieren.

Als Anrundung schauten wir eben viele, viele schöne Fotos vom Urlaub.

Ein wirklich beeindruckendes Wochenende hinterlässt mich jetzt wohlig erschöpft aber mehr als sehr zufrieden…

GFK

Nein, ich habe mich gerade nicht mit glasfaserverstärktem Kunststoff beschäftigt, sondern habe an diesem Wochenende ein Seminar zur “Gewaltfreien Kommunikation”. Klang irgendwie überlebensnotwendig, so habe ich diesen Kurs belegt.
Der Anfang heute war schon sehr vielversprechend. Nette Leute, eine sympathische Dozentin.
Und schon etliche (Selbst-)Erkenntnisse, die zwar noch nicht soviel mit der GFK zu tun haben, aber mit meinem eigenen Verhalten, zu dem mir schon einiges klarer geworden ist. Sicher wusste ich schon vorher, dass viel an mir liegt, aber was es genauer ist, wird mir hier schon deutlicher.

So bleibt nach dieser besch… Woche ein Fünkchen Hoffnung, das morgen und übermorgen vielleicht noch zu einer Flamme führt.

Scotty, wo warst du?

Heute hätte ich dich mal wieder gebraucht. Hättest mich wegbeamen sollen. Am besten an den Strand von Lanzarote oder an anderen ähnlichen Ort.
Überfordert man diese Schüler mit Gesprächsangeboten, mit den Versuch einer gemeinsamen Lösung, mit der Bereitschaft, es nicht mit Druck, Brüllen, schlechten Noten und ähnlichem versuchen zu wollen, nun vollends?

Aber nicht nur sie sind überfordert, ich fühle mich genauso. Ich falle zwar nicht aus der Rolle, bleibe ruhig, lasse uns Zeit, halte es aus das Chaos, tröste zwischendurch die Willigen, die genervten, die sichtbar darunter leiden. Und glücklicherweise ist die Sozialarbeiterin dabei, hilft durch ihre Einwürfe, ihre direkte Art.
Am Ende dann aber doch Frustration einerseits, anderseits ein neue Idee. Mal sehn wieviel Energie sie kosten wird, und wieviel sie bewirken kann.

Scotty, wo bist du?