Und eigentlich

wollte ich doch nicht nach Hause. Aber die Organisation war unerbittlich. Erst offerierte sie ein oppulentes Frühstück (etwa dreißig Menschen prügelten sich um eine inkompetente Kaffeemaschine, zahnloses Toastbrot und humorlosen Aufschnitt [hier sei allerdings angemeirkt, dass sich diese Henkersmahlzeit sehr deutlich von den sonstigen Genüssen unterschied], dann kam der BUS, um mich dem metallenen Vogel entgegenzubringen. Dort erhielt ich meine O-Saft-Taufe, konnte mir danach allerdings der besonderen Aufmerksamkeit der freundlichen Saftschubserinnen sicher sein, um dann bei der etwas kruden Landung einen Adrenalinstoß zu bekommen (vielleicht der erste in einem Flugzeug überhaupt). Der Rest verlief viel problemloser: Taxi, Zug und Taxi waren zuverlässig und stressfrei.

Nun bin ich doch zu Hause, sichte schöne Fotos und habe das Gefühl sehr erholt zu sein. Feine zwei Wochen mit sowohl schönem Familienanschluss als auch zwischendurch mal wichtiger Eigenbrötlerei, mit kreativen Fotomomenten, wunderbarem Meerbaden, nettem Strandleben, sehr gutem Essen und Service, traumhaften Himmelsstimmungen, wider Erwarten nicht so tollen Radtouren (nächstes Mal wird endlich gewandert!), etwas nervendem Ileo-Sakral-Gelenk, Eseln, Möwen und anderem Getier, zauberhaft duftenden Frangipani-Blüten und und und…

Demnächst noch weiteres…

Nur an Morgen will ich jetzt doch noch nicht denken.

Ein Montag, der aber funktionierte

Ein langer Tag in der Anstalt. Nach dem Kampf gegen bestimmte Windmühlenflügel den Nachmittag bei den Compis verbracht, um ihnen NTFS beizubringen. Gottseidank bin ich auf die Idee gekommen worden, ein Partitionsprogramm zum Konvertieren zu nehmen und nicht so umständlich alles neu zu installieren…
Später Gesamtkonferenz glücklicherweise relativ kurz. Aber es ist mal wieder das übliche Problem: Engagieren tun sich immer die gleichen, sodass sich Arbeitsgruppen nur schwerst besetzen lassen.

Die Heimfahrt war herrlich. Ein betörender Himmel und viel Power in den Beinen. Ob es daran lag, dass ich morgen mal wieder gejoggt bin. Naja – nur 20 min, aber ich wollte es nicht gleich übertreiben ;-)

Achja: bei blog.blendenstern.de gibts noch ein Bild…

Keine ganzen Sätze

Das GT berichtete letzte Woche von den gerade durchgeführten Sprachtests für die Fünfjährigen. Eigentlich sind diese Tests wohl für die ausländischen Kinder gedacht, die man im Verdacht hat, zu wenig deutsch zu können.
Aber die Ergebnisse sehen anders aus. Sicher gab es bei den nicht muttersprachlichen Kindern Defizite, aber erschreckenderweise auch bei vielen eingeborenen Kindern. Fünfjährige, die nicht in der Lage sind, Sätze mit mehreren Wörtern zu bilden, geschweige denn mit Subjekt, Prädikat und Objekt oder gar Nebensätzen.
Wenn man davon ausgeht, dass unsere Zivilisation vor allem durch die Entwicklung der Sprache, durch immer differenziertere Verständigung zu dem geworden ist, was sie heute in positiver Hinsicht darstellt, dann sind diese Ergebnisse eine Degeneration, die Schlimmstes erahnen lässt. Da haben die Errungenschaften unserer Mediengesellschaft, Glotze und Computer, es tatsächlich geschafft, viele andere Errungenschaften zunichte zu machen.

Und wohin es führt, wenn man sich nicht mehr diffenrenziert ausdrücken kann?
Heute nachmittag saß ich auf der Drachenwiese und “belauschte” drei junge Erwachsene, die wohl offensichtlich zusammen wohnten oder arbeiteten. Es ging um den Internetzugang, um irgendeinen Server, der wohl abgeraucht war. Es hat unglaublich lange gedauert bis sie sich verständigt hatten, über das, was da geschehen war. Irgendwie kam es mir so mühsam und zeitverschwendend vor wie sie sich darüber unterhielten. Zeitverschwendend deshalb, weil sie gleichzeitig nicht in der Lage waren, mit ihren Töchtern zu kommunizieren. Es gab Zoff, der er eine ziemliche Lieblosigkeit offenbahrte.

Lieblosigkeit. Auch die letzte Folge der “Supernanny” (ja, ich gestehe, dass ich das gelegentlich gucke – und manchmal sogar recht sehenswert finde) zeigte dies als wesentliche Ursache für heftigste Probleme. Aber wahrscheinlich kann jemand, der/die sich selbst nicht liebt/mag auch andere also die eigenen Kinder lieben.

Und wieder die Frage: Wo führt es hin?

Aber ich denke auch an den Dienstagabend, als ich die Kinder meines Bruders hütete und mir meine viereinhalbjährige Nichte etwas sehr ausführlich in langen Sätzen erklärte. Und ihre Zuneigung zu erleben, war sogar noch schöner.
Und ich frage mich (bzw bestimmte Eltern): Was kann schöner sein am Abend, als den Kindern eine schöne Geschichte vorzulesen, die sie selbst zum Erzählen anregt und sie zu phantasievollen Menschen macht.

Heiße Luft gegen Gewalt

Runder Tisch in der Schule zur Gewalt- und Drogenprävention. Zu dieser ersten Veranstaltung haben sich viele Leute eingefunden. Eigentlich sogar alle wichtigen Leute. Nur die Erzieherinnen fehlen leider, aber wohl wegen einer Parallelveranstaltung.
Es wird natürlich viel geredet, z.T. aber durchaus mit Tiefgang und sogar Gefühl. Aber leider sitzt auch eine Frau von der Polizei mit am Tisch, die hier für Präventionsarbeit zuständig ist. Sie beglückte uns vor Jahren schon mal mit einem unsäglichen, weil nahezu inhaltsleeren Vortrag. Nun schwallt sie wieder von ihrer tollen Erfahrung und von den achso vielen Projekten. Aber Inhalt? Nix, null, nada.
Ich gucke genervt in die Runde, alle gucken neutral, wir sind ja höflich.
Manchmal wünsche ich mir die Eloquenz und die nötige Brutalität, um so jemanden mal so richtig vor die Wand laufen zu lassen.
Hinterher in kleinen Gruppen beschweren sich alle über sie. Ob sie jemals ein ehrliches Feedback bekommen hat? Oder sitzt sie nur auf diesem Posten, damit sie woanders keinen Schaden anrichten kann? Irgendwie wünsche ich mir, dass sie auf dieses Blog stößt, das hier liest und sich erkennt.

PS: Es gab auch sehr erfreuliche Wortmeldungen. Ein junger Arzt und Grundschulvater rettete mit seinen wirklich guten Beiträgen für mich den Abend etwas…

Kraniche

Ich saß am Schreibtisch und hatte gottseidank die Balkontür auf. So hörte ich ihr Rufen und konnte den majestätischen Zug von etwa 70 Tieren Richtung Südwesten beobachten. Schön, auch wenn es damit doch unwiederbringlich Winter wird…

Tag des Lehrers

Nein, leider lag kein vierstelliger Verrechnungsscheck im Fach, der Chef kam nicht mit Präsentkörben gefüllt mit Leckereien ins Leererzimmer. Nein, ich musste es heute morgen in der taz lesen, dass “Tag des Lehrers” ist. Immerhin konnte ich im Kollegium mit diesem Wissen angeben, aber so richtig beeindruckt hat es dann doch niemanden.

In jenem taz-Artikel wird über eine Lehrerstudie berichtet, die den ganzen Frust dieses Berufsstandes zum Thema hat. Wir werden in vier Gruppen oder “Typen” eingeteilt.
Typ 1 ist übereifrig und damit restlos überfordert, er entwickelt negative Emotionen.
Typ 2 ist resigniert, macht nichts mehr, strahlt dabei aber auch äußerste bad vibrations aus.
Jeweils 30 Prozent sollen diesen Typen angehören.
Typ 3 ist glücklich und zufrieden mit dem Job und allem (17 % sollen es sein)
Typ 4 ist ebenfalls glücklich, aber, weil er (oder sie) in der inneren Emigration ist: vormittags ist man in der Schule, nachmittags auf dem Tennisplatz und abends beim Italiener, damit man auch dreimal im Jahr in die Toscana will.

Wo soll ich mich da einsortieren?
Typ 1? Dazu fühle ich mich frustriert aber nicht engagiert genug.
Typ 2 bin ich gottseidank noch nicht.
Typ 3 wäre ich gerne, werde es aber wohl nie sein.
Typ 4 ? Och nö.

Hm, weiß nicht, immer gibt es diese millimetergenau gezimmerten Schubladen, in die man reinpasst oder nicht.

Ich liege also lieber auf der Kommode und strample mit den Beinen.

Kommentare

Irgendwie habe ich gestern was gebastelt, was die Kommentarfunktion matt gesetzt hatte. Nun geht sie wieder – gottseidank.

Achja, meinem Lumbago geht es sehr schlecht, also geht es mir wieder sehr viel besser ;-) )

Lumbago und so

Unter dieser so tollen Bezeichnung Hexenschuss verbirgt sich alles und fast nichts was den Rücken zum Schmerzen bringt. Bei mir sind es (hoffentlich) nur gereizte Nerven (ich verschweige lieber, was der Pschyrembel für weitere Ursachen auflistet). Am Dienstag fing es an. Der MIttwoch fiel jobmäßig flach und am Donnerstag therapierte ich mit Sauna und Solebad. da dachte ich gestern, es wäre ausgestanden. Doch heute morgen machte ich eine falsche Drehung :-( (((
Mal sehen, ob ich morgen dienstfähig bin…

URLs und so

Nachdem mein Webhoster aus Jubiläumsgründen die Preise gesenkt hatte, musste ich mal einige Domains einrichten. Eine hat auch dieses Blog gekriegt: www.zwischenhirn.de
Das Zischenhirn klingt zwar irgendwie zwischen allen Stühlen befindlich, ist aber unverzichtbar zum Genießen all dieser Sinnesangebote. Hier werden Geruchs- und Hörsinn verschaltet und auch das allgemeine Gefühlsempfinden wird hier gesteuert.
Also irgendwie finde ich diese Hirnregion nett ;-)