Hurra, wir kriegen wahrscheinlich zum neuen Schuljahr eine/n Sozialarbeiter/in. Zumindest einen Teil von ihm oder ihr. Wobei ich es ja erst glaube, wenn ich ihn sehen und anfassen kann.
Dafür haben wir unsere Ganztagspläne mehr oder weniger auf Eis gelegt. Geld vom Kultusministerium gibt es nicht mehr, da nützen die Million von Frau Buhlman auch nichts, wenn wir uns zwar ne tolle Mensa bauen könnten, aber dort dann niemand isst, weil wir die Betreuung nicht auf die Reihe kriegen. AG-Angebote mit Hilfe von Vereinen und Kirchen wären ja noch denkbar, aber Mittagszeit und Hausaufgabenbetreuung wären höchstens ehrenamtlich zu machen – und das ist schlicht und ergreifend unrealistisch.
Im Frühjahr hatten wir großen Erfolg mit vier Testnachmittagen. Alle waren zufrieden, es klappte sehr schön. Nur haben wir einen Bedarf von 60 Stunden pro Nachmittag errechnet. Und das bei nur 90 Schülern. Das ist so nicht zu leisten. Aus politischen Gründen darf man sowas ohnehin nicht machen: dem Land eine Aufgabe umsonst erfüllen, für die es eigentlich zu zahlen hat. Für die Schüler würde man es tun.
Es ist ein beschissenes Dilemma.
Aber jetzt ohnehin kaum mit Zukunft.
Die Politik stiehlt sich aus der Verantwortung, sieht die Probleme nicht, erkennt nicht, wie groß die Defizite bei immer mehr Schülern sind, wie groß die Betreuungs- und Therapienotwendigkeit. Es ist Busemann auch einfach scheißegal. Er ist durch die Stimmen der Gymnasialeltern an die Macht gekommen. Die Hauptschule ist diesen besinnungslosen Technokraten schnurz.
Wo soll man da noch ein Fünkchen Optimismus hernehmen?
Und vor allem: Wie sollen wir unseren Schülern Optimismus vermitteln?


